Film-Cafe

Dieses Thema im Forum "Spielwiese" wurde erstellt von nowak, 20. Dezember 2019.

  1. nowak

    nowak Bekannter Schrubber

    Registriert seit:
    11. Januar 2017
    Beiträge:
    517
    Dankeschöns:
    5.224
    Ort:
    kölle
    Die Rubrik 'Tanzcafe' gibt es ja schon.
    Die Rubrik 'Film-Cafe' fehlt uns meines Erachtens noch.

    Fange einfach mal an.

    Martin Scorsese
    'The Irishman'
    Eine Netflix Produktion, die leider nur in wenigen Kinos und das auch nur kurzzeitig zu sehen war. Jetzt halt nur auf Netflix.

    Mafiageschichte, die Mitte des 20 Jahrhunderts in den USA spielt. Nach wahren Begebenheiten.

    Bis in die Nebenrollen, Harvey Keitel, Joe Pesci (wohl in seiner letzten Rolle), hochkarätig besetzt.
    Die beiden Hauptdarsteller, Robert De Niro und Al Pacino, spielen sich gegenseitig an die Wand.

    Am Anfang etwas verwirrend, fügt sich die Geschichte nach und nach zusammen, bis zum Höhepunkt atemloser Spannung.
    Der Humor im Film ist bisweilen abgrundtief schwarz.

    Kein Film zum nebenbei schauen, man braucht für die drei Stunden etwas Muße.

    Glasklare Empfehlung! Wer Mafiafilme mag, wer Scorsese mag (gefilmt in alter Ballhaus-Manier), muß diesen Film gesehen haben.
     
  2. Mark Aroni

    Mark Aroni Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    29. Juni 2012
    Beiträge:
    667
    Dankeschöns:
    4.683
    Ich empfehle

    Aus der Tiefe des Raumes



    Sehenswert ... außer für die Fussballnichtsachverständigen aus Öln! :D
     
    Schatz, pique, muschiliebkoser und 7 andere danken dafür.
  3. Thomas027

    Thomas027 Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    10. März 2017
    Beiträge:
    1.440
    Dankeschöns:
    7.347
  4. Harvey

    Harvey Master of Disaster

    Registriert seit:
    15. Januar 2017
    Beiträge:
    1.536
    Dankeschöns:
    9.325
    Schatz, muschiliebkoser, Thomas027 und 5 andere danken dafür.
  5. albundy69

    albundy69 Womanizer

    Registriert seit:
    1. September 2009
    Beiträge:
    8.969
    Dankeschöns:
    22.430
    Ort:
    In der verbotenen Stadt
    #5 albundy69, 21. Dezember 2019
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dezember 2019
    Mein Film der Woche ist schon 4 Jahre alt, behandelt das allgegenwärtige Thema Rassismus, Diskriminierung und Klischees und wäre in Deutschland nie im Leben so produziert worden.

    Kurzzusammenfassung: Eigentlich sind wir doch alle Rassisten aber irgendwie liebenswert.

    In der bitterbösen Kommödie "Monsieur Claude und seine Töchter" wird das Thema auf Französische Art verarbeitet und es schmerzt gerade zu vor bitterbösem Humor und einer maschinengewehrartigen Aneinanderreihung von Klischees und Vorurteilen - Allerdings auf die locker- typisch liebenswerte Französische Art(Sorry, Klischee). Liest man Presserezensionen in Deutschen Medien überwiegt der erhobene Zeigefinger.
    Ich habe teilweise vor Schmerzen Tränen gelacht.



    Derzeit auf Amazon streambar, auch Teil 2, der ein wenig abfällt.

    Rezensionen:

    Monsieur Claude und seine Töchter – Wikipedia
    Hey, wir sind doch alle Rassisten! | TV & Kino
    Monsieur Claude 2 (2019) | Film, Trailer, Kritik
     
    Schatz, pique, 0 0 7 und 12 andere danken dafür.
  6. Nickman

    Nickman Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    2. Juni 2017
    Beiträge:
    134
    Dankeschöns:
    1.032
    Dann hau ich auch mal einen Tip raus.

    Der für mich am meisten unterschätze Film 2019 ist Werk ohne Autor von Florian Henkel von Donnersmark.
    Da mich vor 10 Jahren "Das Leben der Anderen" sehr beeindruckt hatte bin ich ohne vorher die
    Kritiken zu lesen in seinen neuen Film gegangen. Hinterher habe ich die meist schlechten Rezessionen
    gelesen und kann diese in keinster Weise nachvollziehen.

    Für mich war Werk ohne Autor schlicht eine Sensation. Die Story, der Wahnsinn, selten so eine kreative Umsetzung
    einer (zum Teil) wahren Geschichte gesehen. Als Vergleich fällt mir hier nur Wolfgang Petersons "Das Boot" ein.
    Die Kameraführung für mich ganz eindeutig eine Verneigung vor Michael Ballhaus.
    Was Sebastian Koch und Tom Schilling schauspielerisch leisten ist auf höchstem Niveau und hält dem Vergleich
    mit den großen Namen in Hollywood locker stand. Auch der Rest des Ensembles überzeugt in seinen Rollen.
    Die Geschichte, eine nie zuvor erzählte was heute, wo alles hundertfach wiederholt wird eine absolute Seltenheit ist.

    Das Boot war was den deutschen Film angeht für mich immer das Maß aller Dinge und meine persönliche Nummer 1
    Produktion aus Deutschland, als Serie wie auch als zusammen gefassten Film. Werk ohne Autor ist Nummer 2 und
    wird das sicher noch lange bleiben.

    Und wo wir schon mal dabei sind. Habe vor einigen Tagen ebenfalls eine deutsche Produktion gesehen die mich
    mehr als angenehm überrascht hat. Atlas mit Rainer Bock ( den ich mit großem erstaunen in Better Call Saul sah
    wo er mal nicht den "typischen" deutschen spielte und Jonathan Banks wie dieser in einem Interview sagte
    sehr mit seiner stillen aber dennoch presenten Art des Schauspiels beeindruckte )
    Will hier gar nicht groß auf die Geschichte eingehen, die kann man bei Interesse googlen, aber auch dieser Film
    war sein Eintrittsgeld mehr als wert. Das deutsche Kino scheint wieder zum Leben zu erwachen, mich würde das
    sehr freuen !!!
     
  7. mitanu

    mitanu Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    19. Mai 2013
    Beiträge:
    507
    Dankeschöns:
    3.249
    Bin gerade im Netz mal wieder drüber gestolpert... St. Kubricks. "EYES WIDE SHUT"
    Einfach immer wieder so verstörend! Allein schon der OST zieht einen magisch in den Bann.
     
    pique, muschiliebkoser, Nickman und 2 andere danken dafür.
  8. nowak

    nowak Bekannter Schrubber

    Registriert seit:
    11. Januar 2017
    Beiträge:
    517
    Dankeschöns:
    5.224
    Ort:
    kölle

    Andrei Tarkovsky
    'Stalker'
    Jetzt wird es etwas schwierig, um über meinen Lieblingsfilm zu erzählen muß ich etwas ausholen.

    Warum einem ein Kunstwerk nahe kommt und ein anderes nicht ist ja schwer zu benennen.
    Beispiel:
    Im 'Museum Abteiberg' in Mönchengladbach (Ja! In Mönchengladbach gibt es mehr als den 'Besten Club der Welt') stehe ich vor Werken von Joseph Beuys und denke mir: 'Wenn das Kunst ist, werd' ich auch Künstler und mach Millionen mit dem Quatsch'. Zehn Minuten später steh' ich vor einem kleinen, unscheinbaren Werk von Beuys, das mich bis in's Rückenmark, bis in die Eier trifft und bin zu Tränen gerührt.
    Hier hab' ich begriffen, vielleicht nicht verstanden was Beuys meinte, das ist aber völlig schnuppe, es fand eine Kommunikation zwischen Künstler, Werk und Betrachter statt.

    Zum Film.
    Anfang der 80er sitz ich im Kino und schaue mir den Film an. Von der ersten Minute an laß ich mich aufsaugen und fließe mit dem Film. Von inhaltlichem begreifen bin ich weit entfernt.
    Zwei Jahre später läuft der Film wieder in einem Programmkino. 'Da müssen wir rein! Unbedingt!' sag ich zu meiner damaligen Freundin. Erst als ich merke wie tief ich enttäuscht bin weil der Film am Vortag das letzte mal lief merke ich was der Film für mich bedeuten könnte.
    Zwei Jahre später läuft der Film wieder. Diesmal begreife ich den Film auch inhaltlich.

    Programmkinos, so es sie noch gibt, haben es ja schwer. 'Stalker' im Kino zu sehen ist beinah unmöglich. Auf DVD schaue ich mir den Film einmal im Jahr an.

    Muß zugeben, bin bei Filmen nah am Wasser gebaut. Da gibt es aber zwei Arten von Tränendrüsen-Szenen; die Hollywood-Art (Steven Spielberg ist dort ein Meister) und die ehrliche Art, die rar gesät ist. In 'Stalker' (würde zu viel verraten wenn ich sie beschreiben würde) gibt es eine dieser rar gesäten Szenen für mich.

    Der Film ist sehr wahrhaftig. Wahrhaftig ist falsch ausgedrückt, der Film ist wahr. Ein Kunstwerk dem ich nahe kommen kann. Viele werden dem Film nicht nahe kommen, hab' ihn schon so manchen empfohlen die gar nichts damit anfangen können. Das ist aber egal für die gibt es andere Kunstwerke mit denen ich dann vielleicht nichts anfangen kann.

    Ingmar Bergmann sagte über Tarkovsky: 'Tarkovsky macht die Filme, die ich immer machen wollte.'

    Es würde mich sehr freuen, wenn einige dem Film eine Chance geben würden.







     
    Thomas027, Harvey, pique und 10 andere danken dafür.
  9. Anonymous

    Anonymous Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    8. Januar 2019
    Beiträge:
    347
    Dankeschöns:
    806
    Die Episoden mit Rainer Bock waren die stärksten in dieser BCS-Staffel. Ich fand er hat im direkten Vergleich den gewiß nicht schlechten Jonathan Banks fast an die Wand gespielt. Sehr empfehlenswert. Allerdings merkt man dann auch daß so ein Ausnahmeschauspieler den entsprechenden Rahmen braucht um sein Talent zu entfalten, und da hapert es leider bei vielen deutschen Produktionen.

    Danke für den Hinweis auf Werk ohne Autor, den habe ich leider aufgrund einer nicht so guten Kritik versäumt - das wahr wohl ein Fehler. Ist aber gerade in der Videothek angekommen, also ein Grund dieses Jahr nochmal hinzugehen.

    Auch für Atlas hat es leider zeitlich nicht gereicht. Soviele gute Filme, so wenig Zeit... hoffe der kommt irgendwann auf Prime oder im ÖR.
     
    pique, Nickman, Pluto und eine weitere Person dankt dafür.
  10. Nickman

    Nickman Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    2. Juni 2017
    Beiträge:
    134
    Dankeschöns:
    1.032
    Ich hätte noch so einige Tips aber das würde den Rahmen sprengen.

    Mir war es wichtig eine Lanze ( die sonst in den Clubs benötigt wird ;- ) mal für deutsche Produktionen zu brechen. Leider ist das meiste was aus Made in Germany kommt nicht der Rede wert, aber das waren für mich echte Ausnahme Produktionen die es wert sind auch erwähnt und angeschaut zu werden.
     
    muschiliebkoser und leckschlumpf danken dafür.
  11. alimbalim

    alimbalim Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    8. Mai 2010
    Beiträge:
    214
    Dankeschöns:
    593
    "Das perfekte Geheimnis" fand ich überaschend gut.
     
    pique, muschiliebkoser, Pluto und 3 andere danken dafür.
  12. nowak

    nowak Bekannter Schrubber

    Registriert seit:
    11. Januar 2017
    Beiträge:
    517
    Dankeschöns:
    5.224
    Ort:
    kölle
    Da bin ich völlig bei Dir, Harvey. Ein wunderschöner Film, voller Filmzitate.
    Alleine wie Bruce Willis sich selbst und seine Rollen als Cop, auf die Schippe nimmt ist das Ansehen wert.

    Zum Thema 'Junge Liebe' fällt mir ein anderer Film ein und weil es so schön in die besinnliche Zeit zwischen den Jahren paßt, ist es ein Vampir-Film.
    Das Genre ist ja seit den 'Twylight'-Büchern von Stephenie Meyer und deren Verfilmungen auf den Hund gekommen (falls Ihr Kinder oder Enkelkinder habt, verbietet Ihnen Filme nach sowie Bücher von Stephenie Meyer. So eine moralisierende Scheiße gehört nicht in Kinderhand.). Mein Tip fällt da aus dem Rahmen und ist vielleicht der beste Vampir-Film der letzten 20 Jahre.

    Eine Inhaltsangabe verkneife ich mir, aus Angst zu viel zu verraten. Würde mir auch die beiden Trailer nicht angucken, hab' sie trotzdem für die, die das gerne vorab sehen, eingestellt.
    Der Film ist handwerklich hervorragend und voll liebevoller Momente und gleichzeitig düsterer Spannung.

    Tomas Alfredson
    'So finster die Nacht'
    Schweden 2008


    Erstaunlicherweise ist das amerikanische Remake so gut wie das Original. Welchen Film man besser findet ist Geschmacksache. Mir gefällt das schwedische Original besser, die beiden Hauptdarsteller mag ich mehr und er ist etwas düsterer.

    Matt Reeves
    'Let me in'
    USA 2010



    Viel Spaß beim gruseln.

     
    Nickman, Lutonfreund, pique und 6 andere danken dafür.
  13. Nickman

    Nickman Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    2. Juni 2017
    Beiträge:
    134
    Dankeschöns:
    1.032
    Der Nick hat vor einiger Zeit eine nicht gewerbliche Frau in der Stadt angesprochen. Das macht er zwar selten aber die war so ein Schnuckelchen da musste er mal was wagen. Und Potzblitz, sie war nicht abgeneigt ein Käffchen mit ihm zu trinken. Ob es der Nick oder die Saukälte war die sie dazu bewogen hat "Ja, ich will" zu sagen weiß der Herrgott allein ;)

    Wie dem auch sei. Das Schnuckelchen fragte nach zwei oder drei Treffen ob wir mal ins Kino gehen da gäbe es einen Film der sie interessiert. Jo, Filme guggen ist schon mein Ding, aber Film mit Frau guggen meistens so gar nicht denn die können einfach nicht still sein und hauen gerade wenn es spannend oder interessant wird so Dinger wie "die hat ja eine schöne Frisur" raus. Da könnte ich mit dem Kopf voraus an die Wand rennen. Aber was tut man nicht alles um der Damenwelt zu gefallen. Ich fragte sie dann welchen Film sie denn gerne sehen will und sie antwortete " den neun mit Jennifer Lopez, der Titel fällt mir aber gerade nicht ein" Ich sagte dann "O.K., das können wir machen" doch ich dachte " Alter wie gerne würde ich ihr jetzt vor die Füße :kotz1: "

    Es nütze alles nix, ich will sie ja bald (am liebsten noch 2019) "näher" kennen lernen also Augen zu und durch.

    Titel des Films HUSTLERS, läuft seit gut einem Monat und wurde von mir bis dato ignoriert.

    Und das meine Herren stellte sich als großer Fehler heraus. Der Film war doch tatsächlich richtig gut. Natürlich kein Meisterwerk aber ich war nach nicht ganz zwei Stunden Laufzeit mehr als angenehm überrascht. Frau Lopez spielt ihre Rolle sehr gut und auch die anderen Mädels überzeugten.

    Die Story mal keine typische Hollywood weich gespülte "Sünderin findet auf den Pfad der Tugendhaftigkeit zurück" Geschichte sondern spannend und wirklich sehenswert. Ich hatte mir eigentlich überlegt im Kino wie damals in der guten alten Zeit ein paar "Fummelversuche" zu starten um mal zu checken wie Madame so reagiert aber der Film hat mich so mit genommen das ich das völlig vergessen habe. Aber, nein, ein fettes Aber, Schnuckelchen hat beim verlassen des Kinos meine Hand ergriffen. Ist das der Anfang einer ganz tollen...... ist das dass Ende meines Paysex...... Ganz langsam, nur keine voreiligen Schlüsse ziehen. Wir werden sehen. Was den Film angeht, wer mal sehen möchte wie ein paar Stripperinnen die Reichen abzocken um dann am Ende aber doch von der Realität eingeholt werden dem kann ich nur ermutigen die 9,50 Euro zu investieren. Und wie hat das Schnuckelchen sich während des Films verhalten ? Kein Dazwischen Gequatsche, kein rumgeheule, kein Mucks. Ist das der Anfang..........:megalach:
     
    Harvey, Archer, Schatz und 9 andere danken dafür.
  14. nowak

    nowak Bekannter Schrubber

    Registriert seit:
    11. Januar 2017
    Beiträge:
    517
    Dankeschöns:
    5.224
    Ort:
    kölle
    Da ich eine Grippe und dementsprechend viel Zeit habe, bin ich beim durchstöbern meiner alten DVD's auf ein beinahe vergessenes Schätzchen gestoßen, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

    Rolf de Heer
    'Bad Boy Bubby'
    Australien 1993
    Bubby wird von seiner Mutter im Keller gehalten und kann schließlich als 35jähriger in die Ihm völlig unbekannte Welt fliehen.
    Als moderner Simplicissimus hält er seinen Mitmenschen und uns Zuschauern den Spiegel vor. Bubby ist schonungslos ehrlich und auch brutal und das ist schwer auszuhalten. Bubby ist auch liebevoll und zugewandt und das ist anrührend ohne auch nur eine Sekunde kitschig zu werden.
    Denke der Film ist FSK18 also nichts für schwache Nerven, dem Film gelingt es aber immer wieder durch seine herrlich skurrilen Szenen und seine liebevolle Art das aufzuheben.
    Der Low-Budget Film schwankt zwischen Drama und Komödie.

    Mit dem dicke Titten liebenden Bubby die Welt neu zu sehen ist ein besonderer Spaß.

     
    Lutonfreund, Pluto, donald70 und 9 andere danken dafür.
  15. Nickman

    Nickman Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    2. Juni 2017
    Beiträge:
    134
    Dankeschöns:
    1.032
    Attenion, Attenion, das wird ein Tanz auf der Rasierklinge !!! Mit diesem Film Tip wird sicher nicht jeder einverstanden sein denn wenn es um das Thema Religion geht gerät das Blut des ein oder anderen ja durchaus in Wallung. Wer so früh im Jahr noch keinen beschleunigten Puls möchte dem lege ich nahe einfach nicht weiter zu lesen ;)

    Messiah, Netflix Serie

    Die Story ist ja durch die teilweise heftigen Reaktion der Medien weltweit wahrscheinlich mittlerweile den meisten bekannt.

    Das Verhalten der Menschen auf seine Rückkehr in der Serie war wie zu erwarten von Ungläubig über Heilfroh bis zu "ist mir egal", sehr gut und glaubwürdig gemacht. Da gibt es z.B. die die nachdem er vor dem Capitol in Washington übers Wasser geht an einen grandiosen "Zauberkünstler" glauben, und die die über die Rückkehr des Sohn Gottes einfach nur glücklich sind. War und ist das Leben vieler doch schon lange ohne Hoffnung, Sinn und das Miteinander im besten Fall ein tolerieren des anderen wie am Beispiel einer Pastoren Familie hervorragend dargestellt wird. Die Reaktion der Medien wird auch sehr treffend gezeigt. Sensationsgeil, ohne Skrupel und von menschlichem Anstand so weit weg wie es nur geht.

    Sehr Interessant wird die "Reaktion" diverser Geheimdienste auf die Wiederkehr Christi dargestellt, fand ich persönlich durchaus realistisch denn wie immer wenn die Mächtigen sich bedroht fühlen wird es hässlich. Die Abneigung, der Hass und die Intoleranz die ihm entgegen gebracht werden sind für mich ein Spiegel unserer Zeit. Bist du "anders" bist du eine Gefahr. Unabhängig davon ob er der Sohn Gottes ist oder auch nicht sind die meisten Dialoge die er pro Episode hat von einer Wahrhaftigkeit die mich durchaus beeindruckten. Als Beispiel fällt mir ein: Er wird von einem israelischem Geheimdienstmann gefragt was denn Sünde wäre "Sich gegen das gute zu Entscheiden" ist seine Antwort. Egal ob so etwas der Sohn Gottes oder meine 89 Jährige Nachbarin sagt, gefährlich ist eine solche Aussage keinesfalls. Und so jemand muss bekämpft werden ? Natürlich denn die Macht die er durch seine Wahrhaftigkeit erlangen würde bedroht das "große" Ganze aka Money, Money, Money, und alles was das bedroht muss nicht nur bekämpft sondern vernichtet werden.

    Mich hat diese Serie fasziniert denn wie hier dargestellt wird "was wäre wenn" war packend inszeniert, stellte die ganz großen Fragen des Lebens und ließ mich tatsächlich schwer ins Grübeln kommen. Nicht in dem Sinne ob Gott existiert oder nicht sondern ob die "Lebensform" die wir gewählt haben nicht vielleicht schon die Hölle ist und ob und warum wir dieser nicht entkommen wollen oder können.

    Ich empfehle diese Serie uneingeschränkt jedem der offen für etwas "anderes" ist, unabhängig davon wie er zur Existenz zu einer höheren Macht steht !!!
     
    Lutonfreund, Premiumtester, Archer und 6 andere danken dafür.
  16. albundy69

    albundy69 Womanizer

    Registriert seit:
    1. September 2009
    Beiträge:
    8.969
    Dankeschöns:
    22.430
    Ort:
    In der verbotenen Stadt
    Ein Film, der 2015 komplett an mir vorbei gegangen ist

    CAROL von Todd Haynes

    Ohne zu viel zu sagen: Es handelt sich um eine wunderschöne Liebesgeschichte, bildgewaltig aus den 50ern der USA erzählt und beschreibt die gesellschaftlichen Probleme gleichgeschlechtlicher Liebenden in jener Zeit anhand einer Romanze zwischen zwei unterschiedlichen Frauen.
    Aktuell auf Amazon kostenlos streambar.

    Mich hat der Film in rauschartige Faszination versetzt. Das liegt nicht zuletzt an der atemberaubenden Präsenz von "Galadriel" Kate Blanchett und Newcomerin Rooney Mara, die sich gegenseitig regelrecht an die Wand spielen. Der Fluss, die einnehmende Piano Musikuntermalung und schlüssige Handlung bis zum letzten Augenblick - Wunderbar.



    "Carol": Warum es lesbische Liebe im Film so schwer hat
     
    Lutonfreund, frauenfreund71, Pluto und 5 andere danken dafür.
  17. Lustliebhaber

    Lustliebhaber Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    4. August 2019
    Beiträge:
    82
    Dankeschöns:
    947
    The Fall (ab 2013)

    Britische Krimiserie, die in Belfast spielt
    17 Folgen in 3 Staffeln
    Streaming über Netflix

    Gillian Anderson (Akte X) spielt eine Polizistin, die nach Belfast beordert wird, um die Aufklärung von Serienmorden voranzubringen. Ach, mal wieder Serienkiller? Ja, aber nicht so, wie man es kennt. Ich habe heute die ersten beiden Folgen gesehen und bin infiziert.

    Warum halte ich die Serie für sehenswert?
    • Da es keine amerikanische Serie ist, gibt es keine hektischen Schnitte, nicht das üblich Reißerische. Erzählt in einem wohltuend langsamen Tempo (nach heutigen Maßstäben bemessen).
    • Es gibt zumindest in den ersten Folgen keine ausgeprägten Abschlachtszenen und kaum Blut. Aber dennoch geht das, was gezeigt wird, dermaßen unter die Haut. Für psychisch empfindliche Naturen absolut nicht geeignet
    • Die von Anderson gespielte Polizistin ist eine blonde Lady aus Eis (ich steh auf diese kühle Aura), die sich One-Night-Stands herankommandiert (daran ist zu sehen, dass es Fiktion und keine Doku ist...ich begegne jedenfalls im „normalen“ Leben keinen Frauen, die mich im One-Night-Stand vernaschen).
    • Der Täter ist dem Zuschauer nach wenigen Minuten bekannt. Interessant ist seine Familiensituation und vor allem auch sein Beruf (mehr verrate ich nicht, sonst macht’s keinen Spaß sich das anzusehen). Die Morde werden so gut wie nicht gezeigt, aber die akribische Vorbereitung und was der Täter post mortem mit den Opfern stundenlang veranstaltet.
    • Insgesamt sind alle Charaktere hervorragend gezeichnet. Es gibt keine amerikanischen Helden, das ganze ist schön europäisch-gebrochen.
    Bitte mich nicht falsch verstehen: ich bin großer Anhänger von amerikanischen Produktionen/Serien wie BREAKING BAD, BETTER CALL SAUL oder FARGO. Aber es tut bei dem US-Überangebot unglaublich gut, auch andere Arten des Erzählens zu bestaunen.

    Da ich von einer starken Erkältung ziemlich matt gesetzt bin, werde ich mir morgen und übermorgen soviel wie möglich von THE FALL reinziehen.

    In diesem Sinne: schönes Wochenende allerseits!
     
  18. Archer

    Archer Bekannter Beschreiber

    Registriert seit:
    30. Oktober 2017
    Beiträge:
    373
    Dankeschöns:
    2.786
    Oh cool wusste ich nicht! Hab die ersten beiden Staffeln im ZDF gesehen, aber dann aus den Augen verloren.
    Also das ist eine verdammt gute Serie. Die Entwicklung der Figuren....krass...
    Kann man wirklich empfehlen!
     
  19. Nickman

    Nickman Bekannter Schreiber

    Registriert seit:
    2. Juni 2017
    Beiträge:
    134
    Dankeschöns:
    1.032
    @Lustliebhaber Ja, die Briten machen wirklich sehenswerte Serien. Eher ruhig und zurückhaltend aber dennoch spannend. So seit Anfang 2010 hauen die Sachen raus die mich wirklich begeistert haben von denen hier in Deutschland aber kaum jemand Notiz nahm.

    ACCUSED (Serie von 2010) zum Beispiel war damals für mich eine Sensation. Es geht in jeder Folge darum wie es zu einem Verbrechen kam und warum der oder die Angeklagte nun vor Gericht steht. Spannend gemacht denn hier geht es meist um vorher unbescholtene Bürger die oft aus der Not heraus zu Straftätern wurden. Alles eher ruhig erzählt, aber Langeweile kommt nicht eine Sekunde auf. Sowas können die Amis nicht.

    Hier noch ein paar weitere die qualitativ auf höchsten Niveau sind aber leider wenig bis gar keine Beachtung fanden:
    Broadchurch
    River
    The White Queen
    After Life
    Tin Star
    Whitechapel
    McMafia
    Line of Duty
    The Take
    Suburban Shootout
    Deep State.

    All diese Serien haben mich geflasht und seit Jahren schaue ich immer mal wieder was auf der Insel so produziert wird.
     
  20. Archer

    Archer Bekannter Beschreiber

    Registriert seit:
    30. Oktober 2017
    Beiträge:
    373
    Dankeschöns:
    2.786
    Ich ergänze
    The Shadow Line
    Die Brücke (anteilig BBC)

    Ich nehme meistens Onlinetvrecorder dafür, dann kann ich sie auch offline sehen.