Heinsberg Studie und die Bedeutung für Lockerungen

Dieses Thema im Forum "Themen zur Corona Pandemie" wurde erstellt von Harvey, 9. April 2020.

  1. maxpower12

    maxpower12 Bekannter Schreiber

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    Ja, leider ist genau das nicht selten der Fall :([/QUOTE]

    Omg...Zustände sind das ja mittlerweile. Klar, gibt auch wirklich asoziale Rabeneltern, das ist mir bewusst. Aber in der allgemein gehaltenenen Formulierung klingt es so, als wäre das Problem weiter verbreitet als ich dachte.
     
    Käpt´n Udo dankt dafür.
  2. Ostsexuell

    Ostsexuell Bekannter Schreiber

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    Kinder bekämen keine Schulspeisung [...]" Bekommen die Kinder zuhause heutzutage nichts mehr zu essen bzw. weiß Mutti nicht, wie man kocht??? :confused::D schreibt Maxpower 12

    Ich habe 4 Kinder , die alle ein Gymnasium hier in einer recht gepflegten Kleinstadt besuchen. Ganz sicher das Gegenteil einer Brennpunktregion
    und nicht bildungsfern. Aber Du kannst Dir nicht vorstellen, wie viele Kinder auch auf einem Gymnasium ohne Frühstück erscheinen. Soziale Verwahrlosung verschwindet nicht mit etwas Bildung und etwas Geld
     
    Pluto, pheros, leckschlumpf und 4 andere danken dafür.
  3. maxpower12

    maxpower12 Bekannter Schreiber

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    Wahnsinn. Das hätte ich wirklich nicht gedacht.

    Übrigens, wie wäre es mit folgendem Szenario: Wenn man irgendwann doch zur Herdenimmunität möchte (möchte man da nicht letztlich sowieso hin...?), wäre doch ein pulsierendes Clubleben von Menschen zwischen 20 und 40 Jahren ein willkommener Kickstarter, sofern nur nicht das Gesundheitssystem überlastet wird. :D
    Vielleicht wird am Ende auch gesagt: "Wir machen erstmal nur die Clubs auf. Alles andere beraten wir später." :smileysex::tasse:
     
    Pluto, Nickman und Lebowski1234 danken dafür.
  4. Lebowski1234

    Lebowski1234 Bekannter Schreiber

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    Richtig. Aber der Entwurf kann zur groben Orientierung dienen.
    Hier noch ein Interview mit der Ethikerin im Expertenrat von Laschet:
    Corona-Krise: „Ich möchte eigentlich gar nicht den Alltag, den wir vorher hatten“ - WELT

    Ich sage mal so: Dieses "Wir erleben eine nie dagewesene Solidarität und wachsen alle entschleunigt zusammen in dieser Krise" kann ich nicht mehr hören und wirkt zunehmend wie eine Floskel.
     
    Pluto, Wet&Dry, leckschlumpf und 8 andere danken dafür.
  5. Mark Aroni

    Mark Aroni Bekannter Schreiber

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    In was für Clubs verkehrst du??
    Ich sehe da suf Gästeseite fast nur Riskogruppen!

    :D
     
    haiskin, Pluto, Wet&Dry und 3 andere danken dafür.
  6. maxpower12

    maxpower12 Bekannter Schreiber

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    Lies meinen Beitrag einfach nochmal. Du hast mich falsch verstanden. Es gibt offenbar verschiedene Lesarten. ;)
     
  7. AND

    AND Bekannter Schreiber

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    Gestern Abend konnte ich irgendwie nicht pennen und die Nacht war auch nicht besonders gut.

    So ertappte ich mich dann nochmal, als ich 2 Talkrunden im ZDF mir angesehen habe.

    Ein Virologe der eine gewisse Studie in Heinsberg gemacht hat, dann ja schnell Zwischenergebnisse präsentiert hatte, hat gestern Abend angekündigt, dass diese Studie nächste Woche veröffentlicht wird. Er sei "entspannt"..auf Nachfrage der Moderatorin ob es mit der Sterblichkeit usw geblieben wäre gab es keine Antwort nur er wolle nicht über Endergebnisse sprechen zum jetzigen Zeitpunkt.

    Mal sehen was da nächste Woche präsentiert wird....

    Er sagte auch wie andere Virologen...dass ein Impstoff 2020 nicht möglich sein. Man müsse mit dem Virus leben so gut wie es halt geht.

    Das war übrigens bei Fr. Illner in der Runde.

    Video war noch nicht auf Youtube verfügbar.

    Später bei Hr. Lanz habe ich gehört, dass es auf die "richtige" Dosis ankommt die man von Corona ab bekommt.

    Ich habe das zum ersten Mal gehört, dass das jemand gesagt hat.

    Also kriegste nur ein paar Tröpfchen ab dann haste nen leichten Verlauf und ist die Dosis höher dann einen schwereren Verlauf.

    Das Video zur Sendung war auch noch nicht zu sehen.

    Kann sich ja jeder so ansehen später wer mag.

    Aktuell sieht man ja an den Zahlen was Ostern so gebracht hat...Dafür finde ich die Zahlen soweit gut.

    Was die ersten Lockerungen dann gebracht haben werden wir in 7 - 10 Tagen sehen.

    So, werde jetzt gleich mal was arbeiten gehen.

    Um nochmal kurz auf die richtige Dosis zurück zukommen...

    4 Pilsken sind für heute Abend kaltgestellt und ein wenig Grillfleisch wird heute noch gekauft.

    Schönes Wochenende und bleibt gesund.
     
    nowak, Elrond17, albundy69 und 3 andere danken dafür.
  8. lollipop66

    lollipop66 Bekannter Schreiber

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    Der NDR hatte darüber schon einmal geschrieben.
    Kann man sich aber gut vorstellen. Wenn man einen ordentlichen Wumms gleich tief in die Lunge bekommt, dann wütet das Virus 10 Tage in der Lunge.

    Coronavirus: Schwerer Covid-19-Verlauf bei hoher Viruslast?

    Ich hatte den Infekt lange im Rachen und dann ging es die Bronchien herunter und am 10 Tag ging es bei mir in die Lunge. Nach 10 Tagen ist dann aber auch das Immunsystem soweit bereit, das Virus einzudämmen.
    So jedenfalls meine laienhafte Vorstellung.

    Im Focus findet sich da auch ein Bericht

    Ab Tag 5 kann sich Zustand verschlechtern - was über schweren Corona-Verlauf entscheidet

     
  9. albundy69

    albundy69 Womanizer

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    Das war in der Pressekonferenz zu den Zwischenergebnissen von Heinsberg übrigens schon ein genannter Aspekt, speziell in den langen breiten Ausführungen des Hygienikers, ist aber im Rahmen der Diskussion über 15%, Laschets Lockerungswahlkampf und Herdenimmunität irgendwie untergegangen.

    Zwischenergebnis zur Coronavirus-Übertragung: Das sind die ersten Lehren der Heinsberg-Studie - Wissen - Tagesspiegel

     
  10. Sci-Fry

    Sci-Fry Persona non grata

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    Die Heinsberg-Studie ist fertig:
    Infection fatality rate of SARS-CoV-2 infection in a German community with a super-spreading event

    Einige der Ergebnisse waren ja bereits vorab bekannt und sind jetzt mit statistischen Korrekturen im Nachkommabereich final veröffentlicht.
    Rund 1000 Einwohner aus Gangelt wurden 6 Wochen nach dem Korona-Carneval nach Symptomen befragt und auf das Virus getestet.

    Infektionen
    15,5% der Probanden waren infiziert (positiver PCR-Test) oder hatten eine Infektion bereits hinter sich (positiver Antikörper-Test). Das ergibt eine 5x so hohe Dunkelziffer wie die offizielle Meldezahl des Gesundheitsamts. Dieses Infektionsergebnis ist repräsentativ für die Einwohnerschaft Gangelts errechnet, jedoch nicht übertragbar auf Deutschland, da sich die Infektionsverläufe unterscheiden (Verbreitungswege und zu dem Zeitpunkt ergriffene Gegenmaßnahmen).

    01-gangelt-infektionen.png
    Der Ausbruch in Gangelt wurde früh bemerkt: am 15.02. war feuchtfröhliche Kappensitzung und am 26.02. lokaler Shutdown. Etwa 2 Wochen später (13.03.) war der Höhepunkt der Neuinfektionen. Zum Zeitpunkt der Studie (30.03. bis 06.04.) waren die Neuinfektionen rückläufig.

    Sterblichkeit
    Von den Infizierten in Gangelt sind 0,36% gestorben, was die Sterblichkeit im Fall einer Infektion angibt (IFR: infection fatality rate). Das ist ein vergleichsweise genauer Wert, da die Dunkelziffer in Gangelt berücksichtigt ist. Die Übertragung auf andere Regionen ist aber nur bedingt möglich, da die Sterblichkeit durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird, z. B. der Bevölkerungsstruktur (Risikogruppen) und der Qualität der medizinischen Behandlung bei schweren Krankheitsverläufen (siehe EU-Ausland). Die Studie hat nicht erfasst, wie viele Erkrankte im Krankenhaus behandelt werden mussten.
    Auch ohne solche Faktoren beinhalten statistische Erhebungen immer Unsicherheiten, da es Hochrechnungen sind. Die Studie gibt für den 0,36% Mittelwert in Gangelt einen Schätzbereich (95% Konfidenzintervall) von 0,29% bis 0,45% an. Diese Werte ergeben sich aus der Zahl von 7 Verstorbenen zum Zeitpunkt der Studie. Zwei Wochen später ist ein 8. Erkrankter gestorben. Hätte man die Daten zwei Wochen später erhoben, wäre als Sterblichkeit 0,41% ermittelt worden (mit Konfidenzintervall 0,33% bis 0,52%).

    Viruslast
    Die Probanden wurden auch befragt, ob sie an Karnevalsfeiern teilgenommen haben. Dabei kam heraus, dass die Karnevalisten 1) häufiger infiziert waren und 2) mehr Symptome als die Karnevalsverweigerer hatten. Das stützt die Vermutung, dass die Schwere des Krankheitsverlaufs mit der ausgesetzten Viruslast zusammenhängt. Demnach tragen Maßnahmen zur Reduzierung der Viruslast bei, dass man weniger schwer erkrankt. Bei einer weniger schweren Erkrankung liegt der Schluss nahe, dass auch die Sterblichkeit geringer ist.

    Ansteckung im Haushalt
    Für Personen, die mit einem Infizierten in einem gemeinsamen Haushalt leben, ist das Infektionsrisiko aus naheliegenden Gründen höher. Allerdings ist es weniger hoch als man meinen sollte: in einem 2-Personen-Haushalt 44% (statt der sonst üblichen 15,5% in Gangelt), bei 3 Personen 36% und bei 4 Personen 18%. Als Vermutung nennen die Autoren, dass es unbekannte Effekte durch eine mögliche Teilimmunität geben könnte. Ist ein Kind infiziert, erhöht sich das Infektionsrisiko für die anderen Haushaltsmitglieder erheblich (allerdings sind die Zahlen sehr ungenau). Man kann spekulieren, ob das nicht doch eher ein Effekt von Abstand und Hygiene ist, der bei einem kranken Kind nicht eingehalten werden kann.
    Generell hat die Studie nicht untersucht, ob eine Person Immunität aufgebaut hat, sondern ob sie infiziert gewesen ist.

    Was heißt das alles für Deutschland?
    Was man einigermaßen sicher sagen kann: deutschlandweit beträgt die Sterblichkeit im Fall einer Infektion wohl unter 1%.
    Ein örtlich begrenzter Shutdown wirkt. Maßnahmen zur Senkung der Viruslast (Abstandsregeln einhalten, potentiell Infizierte tragen Mund-Nasen-Schutz, Räume mit potentiell Infizierten gut durchlüften) bewirken einen weniger schweren Krankheitsverlauf.
     
  11. Gowron

    Gowron Bekannter Schreiber

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    spanier, frauenfreund71 und JordanBelfort danken dafür.
  12. albundy69

    albundy69 Womanizer

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    Das ist doch ein alter aufgewärmter Hut:

     
    Lebowski1234 und Elrond17 danken dafür.